Rund um den Büchsenberg
4 km/ca. 1,5 StundenGanz am westlichen Ende des Kaiserstuhls steht der Büchsenberg mit 280 m Höhe, nur durch eine enge Landbrücke mit dem Kaiserstuhlmassiv verbunden. Ein Naturlehrpfad führt durch das Naturschutzgebiet am Büchsenberg mit seiner eigenartigen Pflanzenwelt. Doch nicht nur die Sehenswürdigkeiten der Natur lohnen diese Wanderung: immer wieder hat man herrlich Ausblicke auf den Kaiserstuhl und den Oberrhein.
Mit dem Auto fahrt man von Niederrotweil in Richtung Achkarren das Sträßchen entlang der Bahnlinie. Linker Hand findet sich dann der Wanderparkplatz zum Naturschutzgebiet.
Vor allem die Bestände an Flaumeichen machen dies
Gebiet so wertvoll: Flaumeichenwälder (Quercetum pubescenti-petraeae) sind
seltene Waldgesellschaften und aus Naturschutzsicht äußerst wertvolle Lebensräume.
Nach der jüngsten Eiszeit wurde die mitteleuropäische Tundrenvegetation allmählich
wieder von Bäumen erobert. Die offene Landschaft der Eiszeit wandelte sich
dadurch in ein Waldgebiet. Dabei ist die Temperatur nicht gleichmäßig
gestiegen. In der "Atlanticum" genannten Phase vor etwa 6000 Jahren
war es deutlich wärmer als heute. In dieser Zeit konnten ausgesprochen wärmeliebende
Pflanzen wie der Felsen- oder Französiche Ahorn (Acer monspessulanum)
aus dem Süden einwandern, wobei große, klimatisch begünstigte Flusstäler wie
z.B. das Moseltal als Korridore dienten. Danach kühlte sich das Klima auf das
heutige Niveau ab, so dass sich die besonders wärmeliebenden Arten nur noch in
wenigen lokalen Klimainseln halten konnten. Aus dem zusammenhängenden
Verbreitungsgebiet wurde so ein Flickenteppich aus isolierten Arealen. So sind
auch Elemente der mediterranen Flaum-Eichen-Wälder in den Oberrheingraben gelangt,
wo sie an wenigen, klimatisch begünstigten Stellen bis heute überdauern
konnten. Wenn die derzeit zu registrierende Erwärmung des Klimas anhält, können
sie sich vielleicht sogar wieder ausbreiten
Unter
den Flaumeichen wächst eine weitere Seltenheit: der Diptam.
Der weiße Diptam zählt wohl zu den schönsten einheimischen Wildpflanzen und
ist auch unter den Namen Aeschenwurz, Aschwurz, Deiwelswurz, Eschenwurz,
Feuerpflanze sowie Flammender Busch bekannt. Als wichtiges Familienmerkmal der
Rutaceae, zu denen neben dem Diptam übrigens auch die Citrusgewächse gehören,
sei das Vorhandensein lysigener Sekretbehälter mit stark riechenden ätherischen
Ölen genannt. Den hohen Gehalt an ätherischem Öl erkennt man beim Diptam
unschwer am stark aromatisch und angenehm an Zitronen oder Zimt erinnernden
Duft. An heißen windstillen Tagen wird die Pflanze von einer regelrechten
Duftwolke aus konzentrierten Dämpfen ätherischer Ölen umhüllt, welche leicht
entzündlich sind und der Pflanze vermutlich den oben genannten Beinamen
„Flammender Busch“ zugetragen hat. Dictamnus albus ist stark gefährdet und
genießt deshalb den Status „streng geschützt“.
Neben seltenen Pflanzen, die ihre Entstehung der Sumpflandschaft des Rheintals
verdanken, sind Feldahorn, Bergahorn und Spitzahorn zu sehen.
Von Mai bis Juli sind auch
Orchideen wie das Zweiblatt, die Purpurorchis und die Vogel-Nestwurz zu finden.
Steinbrüche entlang des Weges ermöglichen einen tiefen Blick in die Urgeschichte des
vulkanischen Ursprungs. Deutlich sind hier die vulkanischen
Ablagerungen des Kaiserstuhls erkennbar.
Der Vorteil des Wanderweges: Rund um den Büchsenberg geht der Weg zurück direkt zum Parkplatz
