Mithras-Kult in Riegel

Mithras war ein Gott der alten Perser, dessen Verehrung auch nach der Eroberung des Perserreiches durch Alexander den Großen nicht ausgerottet wurde, sondern die fast drei Jahrhunderte der griechischen Herrschaft im Vorderen Orient überlebt hat. Als die Römer ihr Imperium auch über das östliche Mittelmeer hin ausdehnten, wanderte fast gleichzeitig mit der ägyptischen Isis-Religion, dem jüdischen Christentum und einigen wenigen hellenistisch-orientalischen Kulturen der Mithras-Kult - durch syrische Händler und römische Militär besonders gefördert - in einer Art Siegeslauf von den östlichen Grenzen des Römerreiches in den Westen und Norden. Die Kulthandlungen fanden in einem höhlenartigen, dunklen Raum statt (Mithräen), Symbol für die Geburt des Mithras, der in einer Höhle zur Welt gekommen sein soll.
Mitrastier bim Mithras-Kult in ReigelDie heiligste Aufgabe des Mithras-Anhängers war es, einen Stier zu töten, der das Böse in der Welt verkörperte. Dieser Tod sollte der gesamten Menschheit zugute kommen. Die Anhänger dieses Kultes stellten sich unter dem Ende der Welt eine Schlacht zwischen den Kräften des Lichts und der Finsternis vor, die Erde wird zerstört und geht in einem Flammenmeer unter, und jene, die sich der mithrischen Priesterschaft angeschlossen haben, sind damit gerettet. Sonne und Mond stellen die fünfte und sechste Stufe in der Hierarchie dar. Jede dieser Stufen musste durch Schulung und Prüfungen erreicht werden.

 

Der Mithras-Kult war in vielen religiösen Vorstellungen und rituellen Handlungen dem Christentum sehr ähnlich. Er gilt deshalb als Konkurrent, aber auch als Wegbereiter des Christentums. Im dritten Jahrhundert konnte man in Rom über 800 Mithräen nachweisen. Wie sehr der Mithras-Kult mit dem Christentum konkurrierte zeigen die Handlungsweisen von Kaiser Konstantin:
Konstantin, von seinen Soldaten 305 n. Chr. zum Kaiser ausgerufen, verbot 311 n. Chr. die Christenverfolgung (Duldungsedikt). Dies geschah weniger aus Überzeugung gegenüber der christlichen Lehre, sondern vielmehr aus kalkulierten, politischen Gründen. Der Alleinherrscher wollte Einheit und Einfluss in seinem Reich. Die verschiedenen, sich konkurrierenden religiösen Strömungen waren diesem Plan nicht besonders dienlich. Konstantin versuchte deshalb nicht nur die militärische, sondern auch die gesellschaftliche Einheit zu erreichen. Dabei spielte die Religion die Hauptrolle. Besonders das aufstrebende Christentum und der starke Einfluss des Mithraskultes mussten miteinander versöhnt werden. 321 n. Chr. verkündete Konstantin das Sonntagsgesetz: "Alle Richter und Einwohner der Städte, auch die Arbeiter aller Künste, sollen am ehrwürdigen Tag der Sonne ruhen."
Konstantin gelang durch dieses Gesetz ein genialer Schachzug. Er vereinte die kompromissbereiten Christen mit dem heidnischen Kult.

Unter Kaiser Theodosius 391 wurde dann ein Verbot aller heidnischen Kulte erlassen, was wohl das endgültige Ende des Mithras-Kultes bedeutete.

Es gibt eine Reihe von Ähnlichkeiten zwischen dem Mithraskult und dem Christentum, wobei sich die Gelehrten streiten, wie viel das Christentum vom Mithras-Kult übernommen hat:

Man vermutete eigentlich, dass der Kult um den persischen Lichtgott Mithras durch Soldaten, die im Osten des römischen Weltreichs kämpften und ihn dort kennen gelernt hatten, nach Europa gebracht wurde. Mithräen wurden vor allem in Kastellorten, wie ja auch Riegel einer war, entdeckt. Erst durch die Freilegung von Mithräen (Mithras-Kultstetten) in Güglingen wurde diese These widerlegt. Denn in Güglingen gab es keine Kastelle und keine Soldaten. Inzwischen weiß man, dass es zuerst Händler gewesen waren, die im 2. Jahrhundert den Kult zusammen mit ihren Waren importierten.


 

 
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