Odilienberg
(Mont Saint Odile)

Das Kloster wurde um 700 von Odilia, einer Tochter des merowingischen Grafen Eticho, in der Hohenburg errichtet, die ihr von ihrem Vater zu diesem Zweck überlassen worden war. Die Äbtissin Herrad von Landsberg († 1195) verfasste dort die künstlerisch wertvolle christliche Enzyklopädie Hortus Deliciarum. Diese Enzyklopädie ist leider im Deutsch-französichen Krieg in Straßburg zerstört worden, vor Ihrer Zerstörung wurden aber Kopien angefertigt, so dass man sich heute ein gutes Bild der Schönheit dieses Werkes machen kann. Lange zeit wurde der Ort als Frauenkloster genutzt und nachdem das Kloster mit der Zeit verweist war bauten Prämonstratenser-Mönche das Haus zu einem Wallfahrtsort auf. Nach der französischen Revolution wurde das Kloster 1853 vom Bischof von Straßburg zurückgekauft und die Wallfahrt wieder belebt. Zunächst wurde das Kloster von Franziskanerinnen übernommen, heute lebt dort ein Konvent der Schwestern vom Heiligen Kreuz.
Bereits
in 10. Jahrhundert wurde in Köln der Kult um die heilige Odile
beurkundet. Aber auch außerhalb der Grenzen des damaligen Deutschen
Reiches fand dieser großen Anklang. Der Odilienkult breitete sich ich im
12. Jahrhundert bis hin nach Norditalien aus. Aufgrund der Reformation,
gewann die Verehrung der Heiligen Odilie erst Ende des 16. Jh. wieder an
Bedeutung. Zahlreiche Wallfahrtsorte in Baden und Bayern mit den
Namensbestandteilen "Ottilien-" oder "Odilien-" zeugen bis heute von
dieser Verehrung. Besonders gedacht, wird auch in unserer Zeit noch bei
der Odilienverehrung, ihrer Frömmigkeit und Güte. Aber auch Heilungen
werden der Fürbitte der Ordensfrau zugeschrieben. Besonders Menschen mit
Augenleiden wandten und wenden sich an die heilige Odilie. Aber auch
alle diejenige, die im übertragenen, metaphorischen Sinne sich aus der
Dunkelheit heraus nach dem wahren Lichte sehnen, suchen Fürsprache bei
ihr.
Die heilige Odilie wurde von Papst Pius XXII. am 6. Juni 1946 zur Schutzpatronin des Elsaß ausgerufen. Das Grab der heiligen Odilie wurde zu einer der wichtigsten Wallfahrtsstätten im Elsaß. Ein Gedenkstein erinnert daran, dass auch Papst Johannes Paul II im Jahre 1988diesen Ort mit einem Besuch ehrte.
Ein Höhepunkt beim Rundgang durch das Kloster ist die Grabkapelle der Gründerin des Klosters, der heiligen Odilie.
Geht
man den Klostergang entlang gehend, kommt man auf die Nordseite des
Klosters, wo sich eine Terrasse mit Ausblick befindet: die gesamte
Rheinebene liegt vor einem und bei klarem Wetter kann man bis an die
Ränder des Schwarzwaldes blicken. Eine Aussicht die alleine den Besuch
dieses Ortes lohnt.
Von dieser Terrasse gelangt man in zwei kleine Kapellen, die beide mit neueren aber dafür wunderschönen Fresken ausgestattet sind.
Rund um den Berg zieht sich eine alte ca. 10 km lange und 3 m hohe Heidenmauer, die wohl aus prähistorischer Zeit stammt.
