Chardonnay
(Morillion, Clevner, Feinburgunder)

| Kreuzung | Der Chardonnay wird oft zur Burgunderfamilie gerechnet, obwohl es sich um eine eigene Sorte handelt. Der Chardonnay ist das Ergebnis einer natürlichen Kreuzung von Pinot und Gouais Blanc/Heunisch. |
| Kreuzungsjahr | Der Ursprung des Chardonnay liegt evtl. Vorderasien, Libanon. Die Rebe kam mit der Ausbreitung der Weinkultur nach Frankreich und fand schwerpunktartig in Burgund eine neue Heimat. Vor allem die Klöster haben sich um die weitere Ausbreitung verdient gemacht. Der Name könnte evtl. von der Ortschaft Chardonnay kommen, die nördlich von Mâcon liegt. Die Zulassung der Rebsorte erfolgte in Deutschland erst im Jahr 1994. Da jedoch schon in früheren Jahren verschiedene Betriebe Pflanzgut aus Frankreich bezogen, sind einige deutsche Chardonnay - Bestände wesentlich älter. |
| Herkunft | |
| Sortenbeschreibung | Die Sortenunterschiede zur Burgunderfamilie sind gering. Die lyraförmige Stielbucht des Chardonnay ist durch blanke Blattnerven begrenzt, während der Weiße Burgunder noch Blattgewebe aufweist. Die Trauben sind mittel-groß, kompakt und grüngelb, bei Vollreife bernsteinfarben. Die Beerenhäute sind dünner als beim Weißen Burgunder. Die Reife ist mittelspät bis spät, kurz vor dem Riesling. Bei Ertragsbegrenzung kann auch eine frühere Reife erreicht werden. |
| Sorteneigenschaften/ Standort |
Für einen typischen Chardonnay sind Rieslinglagen Voraussetzung. Tiefgründige, kalkhaltige Böden sind am besten geeignet. Der Austrieb ist wie Spätburgunder recht früh. Ein mittlerer Wuchs und gute Winterfrosthärte zeichnen den Chardonnay aus. Bei engem Standraum verrieselungsanfällig. Bei guten Ansatz ist eine Mengenregulierung unabdingbar. Die Neigung zur Beerenbotrytis hat einen negativen Einfluß auf den Sortencharakter. |
| Beurteilung | Die meisten Weine werden trocken ausgebaut. Neben dem Ausbau im Edelstahltank ist der Barrique - Ausbau bei dieser Sorte sehr verbreitet. Für die Lagerung im Barrique eignen sich allerdings nur hochwertige Grundweine. Frische, fruchtige Weine dienen häufig auch als Grundlage für fruchtige Chardonnaysekte. Ganz typisch für den Chardonnay ist der Duft von Melonen, exotischen Früchten, überreifen Stachelbeeren oder auch nicht ganz reifen Äpfeln. Gehobene Qualitäten besitzen meist reichlich Alkohol und Extrakt. Beim Barriqueausbau ergänzen Holzaromen die primären Fruchtaromen. |
| Empfehlungen | Der Wein passt zu Terrinen, Fisch, Muscheln, hellen Braten und Käse. Seine nervige Säure macht ihn nicht für alle Weinliebhaber bekömmlich. Seine Lagerfähigkeit ist dadurch allerdings sehr gut. |
| Synonyme | Aubaine, Beaunois, Blanc de Champagne, Chardenai, Chardenett, Chardonett, Epinette, Gelber Burgunder, Goldener Weissburgunder, Grosse Bourgogne, Melon Blanc, Morillon, Morillon Blanc, Obaideh, Petit Chatey, Petite Sainte-Marie, Pinot Blanc Chardonnay, Pinot Chardonnay, Rousseau, Roussot, Weißer Clevner |
