Das Elsaß

Das Elsaß - l'Alsace

Seit jeher wird mit Elsass der westliche Teil der Oberrheingebietes bezeichnet. Das Elsass ist aufgeteilt in die Departements (Verwaltungsbezirke) Rhin-Bas und Rhin-Haut. Aus diesen beiden Departements wurde dann 1973 die Region Elsass gegründet. Die Region erhielt eine gewisse kulturelle Autonomie. Allerdings blieb Französisch als einzige Sprache, so dass das Elsässerdeutsch allmählich von immer weniger Leuten gesprochen wird.

Die urigen kleinen Ortschaften mit jahrhundertealten Fachwerkhäusern undFacherhaus im Elsass Storchennestern auf den Dächern wirken fast Klischeehaft. Vor allem, wenn gerade noch eines der zahlreichen Trachtenfeste gefeiert wird. Die einladende Weinstraße mit Ihren gemütlichen Weinstuben und der ausgeprägten Handwerkskunst tragen wesentlich zu diesem Bild bei. Dabei ist das Elsass seit Jahren eine international ausgerichtete moderne Region. Straßburg ist heute eine moderne Industrie- und Verwaltungsstadt und gleichzeitig Sitz des Europäischen Parlaments.

Das Elsass umfasst eine Länge von ca. 190 km und eine Breite von ca. 50 km. Zwischen dem Rhein und der Vorbergzone erstreckt sich die Plain d’Alsace – die elsässische Tiefebene. Eine stark von der Landwirtschaft geprägte Landschaft, die vor allem für den Maisanbau genutzt wird. Durchzogen wird die Ebene vom Flüsschen Ill, das für Abwechslung im Landschaftsbild sorgt.

In der Vorbergzone dominiert dann der Weinbau. Der Elsässer Wein (vin d‘ alsace) ist als hochwertiger Wein in der ganzen Welt geschätzt. Die Elsässische Weinstraße schlängelt sich durch die historischen Ortschaften entlang der Vorbergzone. In jeder Ortschaft laden die Schilder an den Winzerhöfen zur Weinprobe (degustation) ein.

Auch der Hopfenanbau spielt im Elsass eine wichtige Rolle. Immerhin sind alle großen Brauereien Frankreichs im Elsass angesiedelt.

Blumen in Colmar im ElsassNeben dem Weinbau hat sich auch eine regionale Küche entwickelt. Die traditionellen Elsässer Gerichte werden heute noch in vielen Gasthöfen serviert. Hierzu gehören der Baeckeoffe, das choucoute, aber auch der Flammkuchen. Spätestens wenn man auf der Speisekarte dann noch das Angebot an Froschschenkeln und Schnecken liest, wird dem Besucher bewusst, dass er sich in einer kulinarisch höchst interessanten Gegend befindet.

Sehr empfehlenswert ist die Fahrt entlang der elsässer Weinstraße (Route du vin).  Sie führt durch die sehenswertesten Städte und Dörfer entlang des elsässischen Weinbaus. Die Route ist gut beschildert.

Das Elsaß ist aber auch eine wechselvolle Geschichte. So wurde das Elsaß nach der französischen Revolution 1789 an Frankreich angegliedert. Ab 1798 ist der gesmate Teil des Elsaß französich. Aufgrund der deutsch-französichen Kriege wurde das Elsaß im Frankfurter frieden 1871 wieder an Deutschland abgetreten. Nach dem ersten Weltkrieg kam des Elsaß 1918 wieder zu Frankreich, um 1940 wieder durch Annexion an das deutsche Reich angegliedert zu werden. Zwischen 1944 und 1945 kam das Elsaß dann wieder unter die französiche verwaltung.

Diese wechselvolle Geschichte hat auch im Elsaß seine Spuren hinterlassen.  Zahlreiche Soldatenfriedhöfe und Kriegsdenkmäler zeugen von den blutigen Schlachten in dieser Region. Insbesondere im ersten Weltkrieg waren die Vogesen in die Frontlinie einbezogen. Orte wie der Hartmannsweilerkopf belegen noch heute, die Grausamkeit dieses Stellungskrieges. Vor dem zweiten Weltkrieg versuchte die französische Armee durch die Ligne Maginot eine Verteidigungslinie entlang der Ostgrenze des Landes aufzubauen. Zahlreiche Bunker und Denkmale entlang der Ligne Maginot können noch besichtigt werden. Allerdings war die Ligne Maginot im ELsaß nicht allzulange umkämpft, die Besetzung des Elsaß erfolgte erst nach dem Haupstoß über Nordfrankreich und Belgien.

Doch auch die Besetzung durch die deutsche Wehrmacht hat seine Spuren im Elsaß hinterlassen: so wurde mit dem Konzentrationslager Natzweiler-Struthof eines der grausamsten Konzentrationslager eingerichtet.  Das ehemalige KZ steht heute nicht nur zur Mahnung und Erinnerung an die Verbrechen im zweiten Weltkrieg, es wurde auch ein Centre Européen du Résistant Déporté (Europäisches Zentrum des deportierten Widerstandskämpfers) eingerichtet.

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