Besiedlungsgeschichte

Der Einfluss des Menschen durch die Besiedlung

Die Besiedelung des Kaiserstuhl reicht bis in die Jungsteinzeit zurück.  Dies zeigt sich in Funden, wie zum Beispiel dem, auf dem Jechtinger Gewann Humberg, entdeckten Gräberfeld aus der Zeit um 3500 v. Chr. Aus den Grabbeigaben der 105 hier gefundenen Skelette lassen sich die Lebensumstände und die ackerbaulichen Tätigkeiten rekonstruieren.  Nach den Funden aus der Jungsteinzeit sind auch etliche Entdeckungen aus der Bronzezeit (1700 -1200 v. Chr.) zu verzeichnen. In der Übergangszeit zur Hallstattzeit, der Urnenfelderkultur, lag auch im Raum des heutigen Bötzingen eines der größeren Dörfer der damaligen Zeit. Ab ca. 600 v. Chr., der späten Hallstattzeit, waren es vor allem die Kelten, die den Kaiserstuhl besiedelten, bis um 200 n. Chr. die Alemannen in den Raum vordrangen. In der La-Tène-Zeit (400 v. Chr.) wird bei Hochstetten ein ehemaliges Wirtschaftszentrum vermutet. Zeugnisse der keltischen Besiedlung kann man auf dem Limberg bei Sasbach finden, dort sind heute noch Reste einer keltischen Befestigungsanlage zu finden.

Die Römer versuchten unter Kaiser Augustus in den Jahren 15 – 9 v. Chr. dann die Überquerung des Rheines von Frankreich her. Offensichtlich gelang die dauerhafte Überquerung aber erst unter Kaiser Claudius (41-54 n.Chr.). Unter Claudius überschritten römische Truppen den Rhein bei Sasbach und eroberten große Teile Süddeutschlands bis zur Donau. Sasbach und Riegel spielten bei der Eroberung Süddeutschlands also zentrale Rollen. Sasbach war der Brückenkopf zu Frankreich. Riegel war der Kreuzungspunkt zwischen den beiden Fernstraßen Basel/Mainz und Colmar/Donautal. Damit blieben die Römer bis zum Ende des 4. Jh. am Oberrhein die herrschende Macht. Als wichtigster Ort der Römerzeit hat Riegel zu gelten. Das beweisen ein Tempel des Merkur und ein Kastell. Auch Glashütte, Heiligtum und Töpferei weisen eindeutig darauf hin. Auch in Bötzingen gab es ebenfalls Funde aus denen zu ersehen ist, dass neben den Soldaten auch Händler und Handwerker ansässig waren.

Um 400 beginnen die Alemannen verstärkt in das Gebiet einzudringen, wobei schon seit ca. 200 eine Vermischung der Römischen, Keltischen und Alemannischen Kulturgüter festzustellen ist. Vom 6. bis zum 8. Jh. reicht die Merowingerzeit. Dann beginnt das frühe Mittelalter. Ab diesem Zeitpunkt wird das Betrachten der Geschichte durch vermehrtes Auftreten von Schriftstücken erleichtert. So existiert eine Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch in der Bötzingen als Weinbaugemeinde erwähnt wird. Datiert mit 769 n. Chr. gilt Bötzingen als die älteste Weinbaugemeinde im Kaiserstuhl. Die Bezeichnung „Kaiserstuhl“ lässt sich vermutlich auf ein Fürstengericht zurückführen, das Kaiser Otto III. damals als Deutscher König 994 in Leiselheim bei Sasbach hat einberufen lassen. Die Gebiete des Kaiserstuhl und des Umlandes waren in folgender Zeit den unterschiedlichsten Herrschaften unter- oder zugeordnet. Bis 1218 waren die Zähringer bedeutsam, dann bis zum Ende des 13. Jh. die Stauffer, weiterhin die Grafen von Freiburg, die Markgrafen von Hachberg und die Pfalzgrafen von Tübingen. Dazu haben auch zahlreiche Klöster sowie die Bistümer Straßburg und Basel Besitzansprüche an Ländereien geltend gemacht. Diese Entwicklung verdeutlicht, wie stark zersplittert das Land war. Letztendlich geriet die ganze Region unter vorderösterreichischen Einfluss. Ab 1805 gehören die vorderösterreichischen Gemeinden dem Kurfürsten von Baden. Nach drei badischen Revolutionen, dem Deutsch-Französischen Krieg und den zwei Weltkriegen gehört der Kaiserstuhl heute zum Bundesland Baden-Württemberg.

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