Vulkanismus am Oberrhein

Die Zeit der Vulkane am Oberrhein

ie vulkanischen Aktivitäten, die zum Teil für die Bildung des Kaiserstuhl verantwortlich sind, entstanden als Folge des Bruches des Oberrheingrabens.

An den Spalten des Grabenbruchs konnten glutflüssiges Magma aus dem Erdinneren aufsteigen, und so begann im mittleren Miozän vor rund 15 Millionen Jahren, der Kaiserstuhlvulkan im südlichen Oberrheingraben zu wachsen. Über einen Zeitraum von mehreren Millionen Jahren vulkanischer Aktivität entstand ein Vulkanberg, der die damalige Oberrheinebene um wohl mehr als tausend Meter überragt haben dürfte.

 

Die Frage drängt sich natürlich auf, ob der Kaiserstuhl in seiner jetzigen Form der Kraterrand dieses ehemals so mächtigen Vulkans war?
Dies dürfte aber nicht so sein, denn große Teile des zu Tage getretenen Gesteins sind subvulkanischer Natur. Das heißt diese Gesteine sind im Inneren des Vulkans stecken geblieben und erhärtet. Durch die Millionen von Jahren dauernde Erosion wurden diese Gesteine nun an die Oberfläche gefördert.

Tatsächlich ist der Kaiserstuhl sehr uneinheitlich aufgebaut, und der Vulkanismus ist nur teilweise für das heutige Erscheinungsbild verantwortlich. Eine scharfe Grenze ist zwischen dem westlichen und dem östlichen Teil zu ziehen. Der Ostkaiserstuhl ist bis zu einer Linie vom Gagenhard über den Vogelsangpass, die Eichelspitze, die Schönebene bis etwa nach Endingen zu denken. Dieser Teil ist noch zur Vorbergzone zu rechnen und gehört somit zu den übrigen Tertiärschollen wie sie im Umkreis der Freiburger Bucht zu finden sind. Der Ostkaiserstuhl besteht vorwiegend aus tertiären (unteroligozänen) Sedimenten. Ihre ursprüngliche horizontale Lagerung ist leicht verändert und von einigen Verwerfungen betroffen.

Verschiedene alte Steinbrüche erschließen die unterschiedlichen vulkanischen Gesteine des Kaiserstuhls, so am Limberg , wo Agglomerate (grobe Blocksedimente), Tuffe (Ablagerungen von Staub- bis Sandkorngröße) und Lava (an der Erdoberfläche ausgeflossenes Magma) zu sehen sind.

Eine Besonderheit des Kaiserstuhl-Vulkanismus ist, dass neben basaltartigen Gesteinen auch Karbonatite auftreten. Diese kalkigen, kieselsäurearmen Vulkanite sind äußerst selten und in Mitteleuropa einmalig. In dem kleinen Steinbruch am Badberg sind solche Gesteine aufgeschlossen. Sie bilden den Untergrund der Trockenrasen der Kaiserstuhls, die aufgrund des kalkreichen Bodens sehr artenreich sind.

 

Kleine Nachhilfe: Überblick über die Erdgeschichte

Ein Prozeß der noch nicht abgeschlossen ist

Die Absenkung des Oberrheingrabens ist übrigens keine Aktivität die nur vor Millionen von Jahren stattfand: auch heute senkt sich der Rheingraben um jährlich bis zu einem Millimeter. Aus diesem Grund gibt es in der Kaiserstuhlregion immer mal wieder Erdbeben. Das letzte ernsthafte Erdbeben legte 1356 die Stadt Basel in Schutt und Asche.

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