Weinlexikon

Kleines Weinlexikon

Wenn Sie beim Winzer einen Wein probieren, so fallen machnmal Fachbegriffe, die für den Laien nicht unbedingt bekannt sind. Unser kleines Lexikon kann helfen, ein paar der gebräuchlichsten Begriffe zu kennen.

Begriff Erläuterung
Abbeeren Die Stiele der Trauben enthalten Tannin, das dem Wein einen bitteren und adstringierenden Geschmack verleiht. Deshalb werden Weißweine fast immer und Rotweine zum großen Teil abgebeert. Erfolgt meistens maschinell durch sog. Entrapper.
Abstechen Umfüllen des auf dem Hefesatz befindlichen Weins in einen anderen Behälter
Ap-Nummer Als Nachweis der amtlichen Prüfung bekommen alle Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete und Prädikatsweine eine Nummer. Geprüft werden sog. Vorbedingungen wie Farbe, Klarheit, Sortentypigkeit usw., bewertet wird mit dem sog. 5-Punkte-System Geruch, Geschmack und Harmonie eines Weines. Anreicherung Zugabe von Zucker zum Most mit dem Ziel der Erhöhung des Alkoholgehaltes. Daher muss die Zugabe des Zuckers vor oder während des Gärvorgangs erfolgen, damit Zucker und Most gemeinsam vergären können. Die Anreicherung darf nicht mit der Süßung verwechselt werden.
Bukett (Bouquet) Französisch: Blumenstrauß. Im Weinbau versteht man darunter die Summe aller Duft- und Geschmacksstoffe eines Weines. Das Bouquet entsteht aus dem Aroma der Traube (Primäraromen) und den Verbindungen, die sich im Laufe der Gärung, des Ausbaus und der Alterung entwickeln (Sekundäraromen). Siehe auch Wein schmecken
Chaptalisierung Nach einem französischen Landwirtschaftsminister Chaptal benannte Technik zur Erhöhung des Alkoholgehalts durch Beigabe von Zucker vor oder während der Gärung. In der EU-Bezeichnung wird es als Synonym zur Anreicherung verwendet.
Hefen Einzellige Mikroorganismen, die sich sehr schnell durch Zellsprossung vermehren und für die Gärung des Weines verantwortlich sind. Hefen kommen in der natürlichen Umgebung von Wein vor. Manche Winzer bevorzugen allerdings die kontrollierte Gärung durch Zuchthefen.
Klären Verfahren, um den Wein glanzhell und haltbar zu machen. Dabei werden unter anderem Eiweißstoffe, Tannine, Hefen, und Bakterien sowie sonstige Stoffe wie Staub und Korkabrieb entfernt. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen dem Schönen und der Filtration. Beide Verfahren werden in der Regel miteinander kombiniert
Körper Wird durch die Extraktstoffe eines Weines bestimmt. Ausschlaggebende Faktoren sind Gehalt an Salzen, Glyzerin (ein guter Wein hat 3 - 6 g/l), Zucker und Säure. Weine mit hohem Extraktanteil haben einen Körper. Wird oft mit dem Alkoholgehalt verwechselt. Ein körperreicher Wein kann aber auch plump erscheinen. Konzentration Weinbereitungsprozess bei dem dem Most vor der Gärung Wasser entzogen wird, so dass ein stärker konzentrierter und ausgewogener Wein entsteht.
Landwein Nach EU-Recht ein qualitativ gehobener Tafelwein mit gebietstypischem Charakter und landschaftsbezogenem Namen. S. Rebsorten
Most Frisch gepresster Traubensaft, bei dem die Gärung noch nicht eingesetzt hat. Ein Mostgeschmack im Wein gilt als unerwünschter Fremdton. Am Kaiserstuhl wird zum Teil auch der Apfelwein als Most bezeichnet. Mostgewicht Maßeinheit für den Reifegrad der Trauben. Er wird anhand der im Most gelösten Inhaltsstoffe bestimmt, die zu 90 Prozent aus vergärbarem Zucker bestehen. Zucker ist ein zuverlässiger Indikator für den Reifegrad der Trauben. Das Mostgewicht wird in Deutschland in Oechslegraden gemessen.
Oechsle in Deutschland gebräuchliche Maßeinheit für das Mostgewicht. Aufgrund seines Gehaltes an Zucker und anderen Inhaltsstoffen liegt das spezifische Gewicht eines Mostes immer über dem Wert des Wassers (1,000). Die Zahl nach dem Komma gibt das spezifische Gewicht in Oechslegraden an. Das spezifische Gewicht von 1,090 beispielsweise entspricht also 90°Oe (= Oechslegrade). Namensgeber für das Verfahren ist der Pforzheimer Christian Ferdinand Öchsle (1774 -1852), der eine Mostwaage entwickelt hatte.
Qualitatswein Internationale Bezeichnung für Weine einer höheren Güteklasse, die bestimmten gesetzlichen Mindestanforderungen entsprechen. Deutschland: Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete (Q.b.A.) sind gehaltvolle, gebietstypische Weine für den täglichen Genuss. S. Rebsorten
Schönen Die Zugabe von bestimmten organischen oder mineralischen Substanzen wie Hausenblase, Gelatine, Aktivkohle oder auch Bentonit zum Wein, welche durch chemische Reaktionen oder Oberflächenanziehung die unerwünschten Stoffe (Eiweiße, Hefen Tanine) binden bzw. ausflocken lassen und mit ihnen zum Boden sinken. Nach dem Schönen wird der Wein von diesem Bodensatz abgezogen.
Tefelweine Tafelweine sind meist einfache, anspruchslose Schoppenweine mit geringem Alkoholgehalt (vorgeschriebener Mindestalkohol 6 Vol.-% in Weinbauzone B) meist angereichert; sie dürfen keine Lagennamen tragen und brauchen sich keiner amtlichen Prüfung zu unterziehen. Am Kaiserstuhl nur geringe Bedeutung. S. Rebsorten
Terroir (frz. Erde/Boden) - Komplexes Zusammenspiel von Boden, Klima und Witterungsverlauf, das einen erheblichen Einfluss auf die Qualität des Weins hat. Auch die Kunst des Winzers spielt eine nicht unerhebliche Rolle, indem dieser bei der Wein-Bereitung eines Terroir-Weines auf die ganz speziellen Gegebenheiten seines Weingartens Rücksicht nimmt. Am Kaiserstuhl misst man dem Terroir eine große Bedeutung bei.
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