Auenböden

Schwertlilien im Auewald

Bodenbildung in den Auen

Auenböden sind Böden auf jungen Anschwemmungen der Talauen, die unter natürlichen Bedingungen regelmäßig überflutet werden. Sie sind durch stark schwankende Grundwasserstände gekennzeichnet, entsprechend dem Wasserspiegel der Flüsse und Bäche. In Gebieten, in denen der Grundwassereinfluss nur bei den kurzfristigen Überflutungen im Oberboden wirksam wird, finden sich Auenböden. Diese sind aufgrund ihrer hohen biologischen Aktivität homogen (braun) gefärbt. Bei gestörter biologischer Aktivität ist die Sedimentschichtung erhalten. Bei steigendem Grundwassereinfluss bildeten sich Gleye. Grundwassereinflüsse sind am rostigen Fleckenbild zu erkennen. Die Senken der Talauen und des Randbereiches zur Niederterrasse sind häufig sowohl durch Grundwassereinfluss und Pseudovergleyung als auch durch lang anhaltende Überflutung besonderes vernässt und daher als Grünland benutzt.

Dort wo heute die Ablagerung von Auensedimenten unter anderem durch Flussregulierung eingeschränkt ist, werden die Auen zunehmend in Braunerden und Parabraunerden umgewandelt.

Auelehm

ist geologisch junge, feinkörnige, humushaltige, vor allem bei Hochwasser abgelagerte Lehmdecke von Talböden. Der Auelehm ist in Mitteleuropa erst seit Neolithikum nachweisbar, seit dem Beginn des Ackerbaus, der in Folge der Waldrodung zur verstärkter Bodenerosion führte. Talauen sind fast lückenlos mit warmzeitlichen Auelehmdecken bedeckt. Diese wurden in mehreren Phasen abgelagert und lassen sich zum Teil mit den Siedlungsphasen korrelieren. In der Regel sind nach der Sedimentausbildung drei Komplexe (ältester, älterer und jüngerer Auelehm) zu unterscheiden. Die ältesten Auelehme sind häufig sehr tonig und tragen zum Teil einen schwarzen, reliktischen Boden. Die älteren Auelehme sind im Oberboden entkalkt. Die jüngeren Auelehme wurden zum großen Teil infolge der mittelalterlichen und neuzeitlichen Bodenerosion im Oberlauf gebildet und sind noch nicht entkalkt. Durch den langen Transportweg im Wasser veränderten sich die Kornverteilung und die Eigenschaften des erodierten Materials, so dass mit dem Auelehm ein neues Substrat entstand.

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