Burg Sponeck

Jechtingen am Kaiserstuhl

Burg Sponeck - Asyl der Ausschweifung und des Sittenverderbnis

Schon zu spätrömischer Zeit stand hier ein Kastell (ca. 450 n.Chr.). Die Alemannen vertrieben die Römer und alle nachfolgenden Herrscher waren begierig, von hier aus den strategisch wichtigen Rhein zu sichern. Archäologen haben den kleinen Rest eines Merowinger Turms frei gelegt.

  • Erbaut wurde die Sponeck von einem gewissen Hildebrand „de Sponecke“ (erwähnt 1302). Von ihm stammt wohl auch der Name Sponeck. Hildebrand de Sponecke war später auch Bürgermeister von Breisach. Sein Sohn (genannt „Spenli“ verkaufte die Burg ab 1333 nach und nach an die Grafen von Württemberg, Für die Württemberger war sie ein wichtiger Brückenkopf zu der im Elsaß gelegenen Grafschaft Horburg.
  • 1525 kam die Burg nach der Verteibung des Herzogs Ulrich von Württemberg in Besitz eines Caspar Fabri, und 1540 dann an Jacob von Berckheim.
  • Ca. 1550 gelangte sie an die Möpelgardische (Montebéliard) Linie und damit wieder in Württembergischen Besitz. Vermutlich war die Burg zu diesem Zeitpunkt schon baufällig. Spätestens im Dreißigjährigen Krieg scheint sie zur Ruine geworden zu sein.
  • 1781 bekundete die vorderösterreichische Herrschaft zu Burkheim ein Interesse an der Burg (Regierungsrat Ägid Karl von Fahnenberg), das jedoch in Stuttgart und Mömpelgard (Montébilard) abgelehnt wurde.
  • Ca. 10 Jahre später pachtete der Burkheimer Adlerwirt Sebastian Sichler das Sponecker Schlossgut. Als er Bürgermeister von Burkheim wurde, ist es ihm gelungen die Burg als Erblehen von der Herzoglichen Regierung überlassen zu bekommen. In der Ruine wurde ein Schankhaus eingerichtet, das in manchen Quellen als „Asyl der Ausschweifung und des Sittenverderbnis“ bezeichnet wird.
  • Am 17. Oktober 1806 gelangte die Burg durch Tausch an das Haus Baden.
    In einem Prozess vor dem Freiburger Oberhofgericht wurde das gut Sponeck gegen eine Ablösesumme von 1100 Gulden erneut Sichler zugesprochen.
  • 1859 wurde das Herrenhaus neu aufgebaut.
  • 1860 vererbte der Sohn Sichlers die Burg an seine Tochter Emma und deren Mann Xaver Helger, der die Bewirtschaftung übernahm.
  • 1889 wurde der Sohn Franz Xaver Gutsbesitzer.
  • 1905 wurde die Sponeck für 34000 Mark an Karl Bohny aus Jechtingen verkauft.
  • 1910 musste dieser das gut für 25000 Mark an Anton Gerhart aus Jechtingen verkaufen.
  • 1917 erwarb der Maler Adolf Bühler die Burg für 25000 Mark. Dieser richtete die Burg wieder her, baute sie zum Teil aus. Der Turm wurde als Atelier ausgebaut.
    Während des dritten Reiches scheint Hans Adolf Bühler eine sehr unrühmliche Rolle gespielt zu haben. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Burg durch Granaten erheblich beschädigt.
  • 1951 starb Hans Adolf Bühler, die Burg blieb aber in Familienbesitz.
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