Bruch des Oberrheingrabens

Als die Erde sich senkte: der Bruch des Oberrheingrabens

Definition Graben: lang gestreckte, von Verwerfungen begrenzte Hohlform, die sich durch Absenken eines Teils der Erdkruste im Zuge tektonischer Prozesse bildete.

Der Oberrheingraben zählt neben dem Ostafrikanischen Grabensystem und dem Jordangraben zu den weltweit markantesten Grabensystemen.

Die Geschichte des Kaiserstuhl beginnt schon im Tertiär, also vor über ca. 50 Millionen Jahren:

Damals begann sich der Oberrheingraben zunächst sehr langsam, dann immer schneller abzusenken. Durch diese Absenkung wurden die Ränder beträchtlich angehoben. Diese Ränder sind heute als Schwarzwald und Vogesen stumme Zeugen dieser gewaltigen Naturereignisse. Durch die Anhebung in Verbindung mit Erosion wurde so in Taunus, Vogesen, Schwarzwald und Odenwald das alte kristalline Grundgebirge freigelegt

Die absinkende Oberrheinebene zerbrach dabei in mehrere unterschiedliche große Schollen. Sichtbare Reste dieser Schollen sind heute unter anderem die Hügel des Markgräflerlandes, der Tuniberg sowie der Östliche Teil des Kaiserstuhls.

Die Absenkung des Grabens und die damit verbundene Anhebung der Ränder hatte zur Folge, dass sich in den letzten 45 Millionen Jahren cirka 19000 Kubikkilometer an Gesteinsmaterial in Form von Sand und Kies im Oberrheingraben abgelagert hat. Dieser wurde dadurch um 3500 m hoch aufgefüllt.

Interessant auch, dass die Regio in dieser Zeit eine Verbindung zum Mittelmeer hatte: Die Dreisam floss vor fünf Millionen Jahren mit anderen Schwarzwaldflüssen nach Süden und durch die burgundische Pforte ins Mittelmeer. Der Rhein hingegen entsprang nördlich des Kaiserstuhls. Weil Vogesen und Schwarzwald weiter hochgedrückt wurden, sorgten Wind und Wasser auch dafür, dass sie stärker abgetragen wurden. Das abgeschliffene Material, Kies, Sand und Ton, wurde von den Flüssen in den Oberrheingraben transportiert und abgelagert.

Die Absenkung des Oberrheingrabens ist übrigens keine Aktivität die nur vor Millionen von Jahren stattfand: auch heute senkt sich der Rheingraben um jährlich bis zu einem Millimeter. Aus diesem Grund gibt es in der Kaiserstuhlregion immer mal wieder Erdbeben. Das letzte ernsthafte Erdbeben legte 1356 die Stadt Basel in Schutt und Asche.

Ein Prozeß der noch nicht abgeschlossen ist

Die Absenkung des Oberrheingrabens ist übrigens keine Aktivität die nur vor Millionen von Jahren stattfand: auch heute senkt sich der Rheingraben um jährlich bis zu einem Millimeter. Aus diesem Grund gibt es in der Kaiserstuhlregion immer mal wieder Erdbeben. Das letzte ernsthafte Erdbeben legte 1356 die Stadt Basel in Schutt und Asche.

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