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Weinlagen am Kaiserstuhl

Spätburgunder Rotwein

Weintrauben

35% der Rebfläche am Kaiserstuhl über 50% der Reben am Tuniberg sind Spätburgunder Trauben. Nicht umsonst gelten Kaiserstuhl und Tuniberg als Burgunder-Oase.

Kreuzung

Mutation aus Traminer x Schwarzriesling (Pinot Meunier)

Herkunft

Die den Wildreben Westeuropas nahe stehende Sorte kann bereits zur Zeit der Römer (Vitis allobrogica) ausgelesen und kultiviert worden sein. Karl der III. brachte ihn von Burgund als „Clavner“ 884 nach Bodman an den Bodensee. Vor 650 Jahren wurde er, von den Mönchen des Klosters Eberbach, als „Klebrot“ in der Rheingau geholt und die Ahr erreichte er nach Bronner ebenfalls vom Burgund aus.

Seine alte Bezeichnung in Baden war Clevner (14. Jh.). Für das Alter des Burgunder sprechen auch die zahlreichen Spielarten oder Seitenlinien des Burgundergeschlechts, die sich zwar nach Reifezeit, Beerenfarbe oder Blatt- und Triebbehaarung unterscheiden, aber häufig erst zur Reifezeit an den Trauben sicher unterscheidbar sind.
Untersuchungen weisen auf eine Kreuzung mit Traminer hin (Regner).

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Sortenbeschreibung

Das Prädikat „König der Rotweine“ bringt die mit dem Riesling vergleichbare Bedeutung des Blauen Spätburgunders zum Ausdruck. Traube klein bis mittelgroß, walzenförmig, dichtbeerig. Neue lockerbeerige Klone sind weniger botrytisanfällig. Beeren rund bis oval, dunkelblau, stark graublau beduftet, dünnhäutig. Geschmack saftig, fruchtig, süß, spürbare Säure. Zwar wohlschmeckend, aber wegen Fäulnisneigung nicht für Lagerung und Transport geeignet. Reifezeit sehr spät.

Sorteneigenschaften Standaort

Im Anbau bereitet die Sorte keine größeren Probleme, es sei denn, frühzeitige Fäulnis, insbesondere bei Klonen mit sehr dichtem Beerenstand wodurch eine zeitige Lese bw. Vorlese notwendig werden kann. Andererseits ermöglicht aber die Edelfäule das Gewinnen hochwertiger Weißherbstauslesen.
Sie stellt hohe Lageansprüche, wie Riesling, und benötigt eine lange Ausreife. Die Erträge liegen bei 40-70 hl/ha.

Burteilung

Tief rubinrot (Burgunderrot), manchmal von einem warmen Braunton durchstrahlt. Vollmundig, samtig, mit einem feinen, an Bittermandeln erinnernden Aroma (Burgunderton), körperreich und alkohohlreich. Den Geschmack prägen Reife und eine fruchtige Säure, verbunden mit einer an Holzfasslagerung erinnernden, für alle Burgunderweine typischen Note. Besonders im Jungwein kann die Frucht des Weines an die von Brombeeren erinnern, im Alter gleicht sie mehr Nüssen mit einem zarten Bitterton. Reife und Säure machen die Spätburgunderweine lange haltbar. Von denen des Weinbaugebietes Burgund sagt man, daß sie häufig erst nach zehn Jahren ihre Qualität am wertvollsten entfalten.

Burgunderweine werden zur Reife häufig im Holzfass ausgebaut. Insbesondere die Lagerung im kleinen Eichenfasss gewinnt an Bedeutung.

Empfehlungen

Spätburgunder Rotweine sind ideal für die kühlere Jahreszeit. Man trinkt sie chambriert auf 16 bis 18 Grad. Kräftige Varianten begleiten am besten Braten oder Wild oder auch eine Käseplatte. Weißherbst gefällt zu Vorspeisen und weißem Fleisch, in Auslesequalität auch als Aperitif.

Synonyme

Pinot noir, Klevner (in Teilen Badens)

Rosé und Blanc de Noirs

Der Rotwein ist nicht unbedingt von roter Farbe. Presst man die Spätburgundertrauben unmittelbar nach der Lese aus, so erhält man einen mehr oder weniger weißen Most.

Damit der Spätburgunder seine rote Farbe erhält, müssen die Trauben erst eine Zeit auf der Maische (d.h. die Trauben werden nur gequetscht und noch nicht ausgepresst) liegen. Nur so kann der rote Farbstoff aus der Schale in den Saft gelangen. Für die genaue Technik gibt es verschiedene Verfahren, die dann unterschiedliche Geschmacksnoten beim Rotwein bewirken.

Auch der weiß gekelterte Spätburgunder gewinnt an Bedeutung: der Blanc de Noir hat noch ein Nischendasein, gewinnt aber immer mehr Freunde. Auch beim Sekt ist der Blanc de Noir sehr beliebt.

Lässt man die Trauben nur kurze Zeit auf der Maische liegen, dann erhält man den Spätburgunder Weißherbst. Wird dieser Wein trocken ausgebaut, dann bekommt er oft die Bezeichnung Rosé, in Anlehnung an die trockenen französichen Roséweine.

Deutlich vom Weißherbst zu unterscheiden ist der Badisch Rotgold: . Erzeugt werden diese Weine durch ein Trauben- oder Maischegemisch der Sorten Grauburgunder (>50%) und Spätburgunder. Wichtig ist, dass die beiden Sorten vor der Gärung zusammengeführt werden. Ansonsten wäre diese Kombination weinrechtlich nicht zulässig. Die Unterscheidung zum Weißherbst wird dadurch nochmals durch das vom Ruländer geprägte Aroma bestätigt. Badisch Rotgold Wein darf nur in Baden hergestellt werden.

In den Winzerbertrieben, Restaurants und Straußwirtschaften können Sie den Wein vom Kaiserstuhl probieren. Hier eine kleine Auswahl empfohlener Weinbau-Betriebe:

  • Weingut Grotz

    Mit nur einem Hektar Rebfläche gehören wir sicher zu den kleinsten Weingütern Deutschlands - was Ihnen den Vorteil bringt, dass wir fast jeden Rebstock persönlich kennen.
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  • Weingut Norbert Helde

    Als anerkannter Bioland-Betrieb hat sich die Familie Helde dem umweltschonenden Anbau und damit dem Erhalt der Kaiserstühler Artenvielfalt verpflichtet. 
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  • Weingut Gregor & Thomas Schätzle

    Die Burgunder-Weine sind unsere Leidenschaft, das Vulkangestein die Würze und der kompromisslose, naturnahe Umgang mit den Reben und Weinen Garant für Charakter und Genuss.
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  • Weingut Frank & Beate Schmidt

    Weine so schön wie die Landschaft. Gemäß diesem Motto sollen unsere Weine ein Erlebnis für alle Sinnen sein und Lust auf mehr machen.
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  • Weingut Hunn

    Leidenschaft zum Wein, zur Natur und vor allem zu den Rebstöcken prägt und kennzeichnet unser  Handeln und Denken.
    Mehr Infos...

  • Burkheimer Winzer

    Tradition und Passion – eine Einladung zum Genießen! Die Burkheimer Winzer laden Sie ein, die Passion der Weine in der Vinothek in Burkheim zu erkunden.
    Mehr Infos...

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